Minimalinvasive epidurale Wirbelsäulenkathetertechnik. Leistungsmerkmale und Ablauf Stellenwert
Bei einem Großteil der Wirbelsäulenpatienten mit Bandscheibenvorfall und -vorwölbung kann durch diese Behandlungsmethode eine offene Operation vermieden werden. Patienten mit chronischen Rückenschmerzen nach Bandscheibenoperation oder Versteifungsoperation der Lendenwirbelsäule mit postoperativen Vernarbungen dürfen durch diese Behandlungsmethode auf eine wesentliche Beschwerdelinderung bis völlige Beschwerdebesserung hoffen. Durch Einsatz der Zwei-Katheter- Technik kann durch einen zweiten zusätzlichen (transforaminalen Nervenwurzelkanal) Zugang eine ausgedehnte Vernarbung bzw. ein anatomisches Hindernis überwunden und ein zielgenaues Platzieren der Medikamentenkombination exakt an der betroffenen Stelle erreicht werden.
Vorteile
Durchführung des Eingriffes in Lokalanästhesie und Dämmerschlafnarkose (Analgosedierung). Eine Vollnarkose ist nicht erforderlich. Der speziell entwickelte Katheter ist an seinem Ende mit einer Edelstahlspiralfeder versehen, wodurch ein schonendes, verletzungsfreies Platzieren möglich ist. Gegenüber einem herkömmlichen operativen Eingriff schrumpft dabei lediglich das hervorgetretene Bandscheibengewebe, die Bandscheibe selbst wird jedoch nicht verletzt. Die stationäre Behandlungsdauer beträgt nur drei bis vier Tage. Leichte körperliche Belastungen wie z.B. Schreibtischarbeiten können nach der Entlassung aus der stationären Behandlung bereits wieder durchgeführt werden.
Nachbehandlung
Zur Entlassung aus der Klinik erhalten die Patienten ein speziell angefertigtes und komfortables Mieder, das die Wirbelsäule für vier Wochen entlastet. Es muss nur tagsüber bei längerem Sitzen oder Stehen getragen werden. Nachts ist kein Mieder erforderlich. Eine abgestimmte Physiotherapie sollte zwei Wochen nach dem Eingriff beginnen. Hierbei wird besonders auf isometrischen Muskelaufbau sowie Haltungs- und Bewegungstraining geachtet. Nach weiteren vier Wochen kann das gewohnte Sport- oder Fitnessprogramm allmählich aufgenommen werden.
Arbeitsfähigkeit
Leichte körperliche Arbeiten wie z.B. Bürotätigkeiten können nach ein bis zwei Wochen wieder aufgenommen werden. Körperlich anstrengende Arbeiten sollten in den ersten vier Wochen eingeschränkt und können dann langsam gesteigert werden.
Sportaktivitäten
Schwimmen und Radfahren (möglichst aufrechte Oberkörperhaltung) sind nach drei Wochen erlaubt, Joggen auf weichem Boden nach vier Wochen. Alle anderen Sportarten können je nach Belastungsintensität ab der fünften Woche langsam steigernd aufgenommen werden.
Ergebnisse
In der internationalen Literatur wird eine Erfolgsquote von über 85 Prozent angegeben.
Weiterführende Links zu diesem Aspekt:
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